„Die eine Hälfte des Platzes gehört den Trinkern, die andere den Dealern“ – so schildert ein
Anwohner die Situation auf dem Skulpturenplatz hinter der Kunsthalle. Antje Siebler,
Vorsitzende des CDU-Ortsverband Oststadt/Schwetzingerstadt, begrüßte am Ort des
Geschehens mehr als 50 Bürgerinnen und Bürger zu einer lebhaften Diskussion mit
Bürgermeister Dr. Volker Proffen. Die Probleme: nächtliche Ruhestörung, Müll, Fäkalgestank,
Drogenkriminalität. Eine ältere Dame berichtet, sie traue sich nach Einbruch der Dunkelheit
nicht mehr auf die Straße; eine Mitarbeiterin der Kirchengemeinde erzählt von
Drogenverstecken im Gotteshaus.
Auch die mit Graffiti besprühten Container auf der Grünfläche am Skulpturenplatz trügen zur
Verwahrlosung der Umgebung bei, so die Anwohner: dunkle Ecken zwischen den Containern
dienten zur Verrichtung der Notdurft und zur Verabreichung von Drogen. Als die Frage
aufkommt, ob die Container, die als Unterrichtsräume für das benachbarte Karl-Friedrich-
Gymnasium angeschafft worden waren, nicht anderswo aufgestellt werden könnten, meldet
sich ein Vertreter der Schule mit einer Information, die allgemeines Erstaunen auslöst: Die

Schule brauche die Container schon seit 2025 nicht mehr – und das habe man der Stadt
Mannheim auch deutlich mitgeteilt. Bürgermeister Proffen und Stadtrat Jürgen Dörr
versprechen, der Sache nachzugehen und beim für Bildung zuständigen Fachbereich der
Stadtverwaltung nachzufragen.
Volker Proffen zeigt Verständnis für Vorschläge wie Kameraüberwachung oder ein
Alkoholverbot, nennt aber auch die rechtlichen Voraussetzungen dafür: Zulässig seien solche
Schritte laut Gesetz nur an Orten, an denen es deutlich häufiger als anderswo zu Straftaten
komme. Man rufe ja durchaus häufiger mal die Polizei, wenn man Drogenhandel beobachte
– aber sobald die Beamten erschienen, würden die Dealer schnell flüchten, erzählen
Anwohner. Als problematisch werden auch die begrenzten Kompetenzen der
Ordnungskräfte wahrgenommen: der Kommunale Ordnungsdienst könne bei nächtlicher
Ruhestörung einschreiten, aber keine Straftäter verfolgen. Die Landespolizei wiederum dürfe
nur bei konkretem Verdacht auf kriminelle Akte einschreiten; öffentlicher Alkoholkonsum
und lautstarkes Krakeelen aber sind keine Straftaten. Einer der Vorschläge, über die die
Kommualpolitiker nachdenken wollen: gemeinsame Streifen von Kommunalem
Ordnungsdienst und Polizei.
Weitere Vorschläge: Büsche herunterschneiden, damit Drogendealer ihre Ware nicht so
leicht verstecken können; den Platz teilweise entsiegeln und die Rasenfläche erweitern,
vielleicht auch eine gastronomische Nutzung des Platzes oder eine nächtliche Sperrung.
Antje Siebler von Ortsverband Oststadt/Schwetzingerstadt bedankt sich für die zahlreichen
Anregungen – nun sei es Sache der Kommunalpolitik und der Verwaltung, herauszufinden,
was am besten umsetzbar sei.


