Unsere Gesellschaft verän­dert sich unter dem Ein­druck des demografis­chen Wan­dels grundle­gend: Wir wer­den mehr, wir wer­den älter und wir wer­den vielfältiger. Dieser Trend wird voraus­sichtlich noch Jahrzehnte anhal­ten.

Der Bevölkerungszuwachs wird – wenn auch unter­schiedlich stark – fast alle Regio­nen im Land tre­f­fen. Gle­ich­wohl wird sich unsere Gesellschaftsstruk­tur grundle­gend verän­dern: Im Jahr 2060 wer­den Men­schen ab 60 Jahren dop­pelt so stark in der Bevölkerung vertreten sein, wie Men­schen bis 20 Jahre. Der Bevölkerungsan­teil der Men­schen, die im Arbeit­sleben ste­hen und damit aktiv wesentliche Teile des Volksver­mö­gens erwirtschaften, sinkt im Zuge dessen von 56 Prozent auf 44 Prozent. Gle­ichzeit­ig verän­dern sich his­torisch gewach­sene Alters­bilder grundle­gend, weil sich die gesunde Leben­szeit nach der aktiv­en Arbeit­sphase ver­längert und Men­schen auch jen­seits der 80 oft noch vital und gesund sind.

Es stellt sich daher die Frage, was diese Verän­derun­gen für das Land, die Wirtschaft, die Kom­munen, die sozialen Ein­rich­tun­gen, den einzel­nen Bürg­er und unser Zusam­men­leben ins­ge­samt bedeuten und wie wir den bere­its in vollem Gange befind­lichen Wan­del pos­i­tiv gestal­ten kön­nen.

Wir benöti­gen für Baden-Würt­tem­berg eine ressort- und ebe­nenüber­greifende Gesamt­strate­gie, die ziel­ge­naue Lösun­gen ermöglicht. Dabei sind exem­plar­isch und nicht abschließend ins­beson­dere fol­gende Hand­lungs­felder in den Blick zu nehmen:

  1. Generelle Grund­ver­sorgung
  • Es braucht schnelles Inter­net in allen Lan­desteilen. Hier­von prof­i­tieren Unternehmen und Pri­vathaushalte gle­icher­maßen.
  • Wo immer möglich, sollte im engen Schul­ter­schluss von Ver­wal­tung und Bürg­er­schaft der Weg zu mul­ti­funk­tionalen Ortsker­nen mit allen For­men der Nahver­sorgung gegan­gen wer­den.

 

  1. Medi­zinis­che und pflegerische Ver­sorgung
  • Pflegerische Ange­bote sind so auszuricht­en, dass jed­er Men­sch vor Ort die Hil­fe find­et, die er benötigt, um möglichst lange in seinem gewohn­ten Leben­sum­feld zu verbleiben.
  • Die Per­son­alausstat­tung in den Pflegeein­rich­tun­gen müssen wir verbessern. Deshalb wollen wir Pflege­berufe attrak­tiv­er machen und ihnen eine höhere gesellschaftliche Anerken­nung und Wertschätzung zuteil­w­er­den lassen. Ein wichtiger Baustein hier­für ist eine leis­tungs­gerechte Bezahlung durch Ein­führung eines Flächen­tar­ifver­trags. Darüber hin­aus muss das Berufs­bild ins­ge­samt aufgew­ertet wer­den, um mit anderen Gesund­heits­berufen auf Augen­höhe agieren zu kön­nen. Im Übri­gen geht es um ver­lässliche Dien­st­pläne, flex­i­ble Arbeit­szeit­mod­elle und wertschätzende Führung.
  • Zen­traler Baustein zur Unter­stützung pfle­gen­der Ange­höriger ist die Schaf­fung ein­er aus­re­ichen­den Zahl von Kurzzeit- und Tage­spflege­plätzen.
  • In der medi­zinis­chen Ver­sorgung geht es um den Auf­bau und Erhalt sek­torenüber­greifend­er Ver­sorgungsstruk­turen, die flächen­deck­end eine koor­dinierte Behand­lung vom Hausarzt über das Kranken­haus bis zu Reha­bil­i­ta­tion ermöglichen.
  • Zudem müssen wir die Möglichkeit­en der Dig­i­tal­isierung in der medi­zinis­chen Ver­sorgung schneller und ziel­gerichteter als bish­er nutzbar machen.

 

  1. Bil­dung, Arbeit und Fam­i­lie
  • Die Fam­i­lien sind das Rück­grat unser­er Gesellschaft. Wir sprechen uns deshalb weit­er­hin für die Ein­führung eines Fam­i­lien­geldes in Baden-Würt­tem­berg aus.
  • Wir wollen den Zusam­men­halt in Nach­barschaft und sozialem Umfeld sowie alter­na­tive For­men des Zusam­men­lebens (zum Beispiel gen­er­a­tio­nenüber­greifende Wohn­mod­elle oder Wohnge­mein­schaften für Men­schen mit Unter­stützungs­be­darf) unter­stützen. Außer­dem wollen wir die Förderung von Mehrgen­er­a­tio­nen­häusern in ihren unter­schiedlichen Aus­prä­gun­gen ver­steti­gen.
  • Um den kün­fti­gen Fachkräftebe­darf der Unternehmen zu deck­en, kommt der beru­flichen Aus- und Fort­bil­dung beson­dere Bedeu­tung zu.
  • Zur Stärkung der Vere­in­barkeit von Fam­i­lie und Beruf muss es auch im Anschluss an Kindertages­be­treu­ung und Kinder­garten aus­re­ichende und qual­i­ta­tiv hochw­er­tige Betreu­ungsange­bote geben, die allen Fam­i­lien auf frei­williger Basis offen­ste­hen.
  • Zur Hebung des Arbeit­skräftepo­ten­tials aller Alters­grup­pen sind die Stärkung der Arbeitss­chutzbe­hör­den sowie die Förderung des Betrieblichen Gesund­heits­man­age­ments sin­nvoll und wichtig.

 

  1. Senioren­poli­tik und Ehre­namt
  • Wir treten für ein mod­ernes Bild vom Altern ein und wollen eine Kul­tur der umfassenden Teil­habe und Beteili­gung schaf­fen, die alle gesellschaftlichen Grup­pen und alle Alter­sko­hort­en ein­schließt und so in eine erfol­gre­iche Gen­er­a­tio­nen­poli­tik mün­det. Es gilt, da zu unter­stützen, wo Hil­fe nötig ist und da zu aktivieren, wo Ressourcen ungenutzt sind.
  • Die lokale Quartier­sar­beit wollen wir unter Beteili­gung der Akteure vor Ort aus­bauen und stärken.
  • Die Empfehlun­gen des Nor­menkon­troll­rates Baden-Würt­tem­berg zum Abbau bürokratis­ch­er Las­ten des Ehre­namtes sind eine gute Grund­lage für die zukun­fts­feste Weit­er­en­twick­lung der ein­schlägi­gen Rah­menbe­din­gun­gen im Land.

 

  1. Städte­bau, Infra­struk­tur und Mobil­ität
  • Mit dem Förder­pro­gramm für den Woh­nungs­bau in Höhe von 250 Mio. Euro set­zen wir als CDU ein deut­lich­es Zeichen, um dem Man­gel an bezahlbarem Wohn­raum in Baden-Würt­tem­berg zu begeg­nen. Der Schw­er­punkt liegt dabei auf dem Bau von sozialem Miet­wohn­raum.
  • Daneben müssen wir den alters­gerecht­en Umbau des Woh­nungs­be­stands stärk­er als bish­er in den Blick nehmen. Hier sind Förderkulis­sen aufzubauen bzw. zu ergänzen und Beratungsange­bote zu schaf­fen.
  • Mobil­ität bedeutet Leben­squal­ität und Teil­habe. Um dies für alle Gen­er­a­tio­nen in allen Lan­desteilen nach­haltig und effizient zu gewährleis­ten, ist das Zusam­men­spiel aller Verkehrsträger notwendig. Dazu müssen wir möglichst schnell Mobil­ität­slö­sun­gen der dig­i­tal­en Zukun­ft auf die Straße brin­gen. Hin­sichtlich neuer Antrieb­skonzepte ist uns Tech­nolo­gie­of­fen­heit wichtig. Im Übri­gen leis­tet der Rad­verkehr einen guten Beitrag zur Mobil­ität der Zukun­ft.
Den demographis­chen Wan­del pos­i­tiv gestal­ten — CDA Mannheim unter­stützt Forderun­gen der CDU-Frak­tion im Land­tag