Im Jahr 2018 waren nur noch 56 Prozent der Beschäftigten im West­en und 45 Prozent der Beschäftigten im Osten tar­ifge­bun­den. Dabei sind Tar­ifverträge Maßstäbe für Trans­parenz, bessere Stan­dards und fairen Wet­tbe­werb in Wirtschaft und Arbeitswelt.

Aus diesem Grunde trafen sich Vertreterin­nen und Vertreter des Deutschen Gew­erkschafts­bun­des (DGB) Nord­baden und der Christlich Demokratis­chen Arbeit­nehmer­schaft (CDA) Mannheim gemein­sam mit dem CDU-Bun­destagsab­ge­ord­neten Niko­las Löbel und dem sozialpoli­tis­chen Sprech­er der CDU-Gemein­der­ats­frak­tion, Chris Rihm, zu einem „Tar­iffrüh­stück“ um sich über das The­ma auszu­tauschen und Lösungsan­sätze zu find­en.

Dabei kamen sowohl bun­des- wie auch kom­mu­nalpoli­tis­che Aspek­te zur Sprache. Unter anderem die Sit­u­a­tion am Mannheimer Uniklinikum. Hier arbeit­en sowohl Tar­if­beschäftigte des Klinikums, als auch Beschäftigte der klinikeige­nen Ser­vicege­sellschaft, die allerd­ings keinem Tar­ifver­trag unter­liegen, son­dern lediglich in Anlehnung an den Tar­ifver­trag des Gebäud­ere­iniger­handw­erks ent­lohnt wer­den. Vor allem deshalb und auf­grund ins­ge­samt schwieriger Arbeits­be­din­gun­gen gibt es bei der Klinik Man­age­ment Dien­stleis­tung GmbH (KMD) eine hohe Fluk­tu­a­tion bei den Mitarbeitern/innen. Dies führe zu einem erhöht­en Anlernbe­darf neuer Kräfte und zu einem Qual­itätsver­lust, wie der KMD Betrieb­sratsvor­sitzende Christof Kramer zu bericht­en wusste.

„Dabei soll­ten tar­ifge­bun­dene Arbeits­be­din­gun­gen für die Stadt und ihre Tochter- und Enkel­tochterge­sellschaften selb­stver­ständlich sein. Wir bewe­gen uns immer mehr in einem Fachkräfte­man­gel im Pflege- und Reini­gungs­bere­ich. Da darf die Kom­mune im Wet­tbe­werb um diese Kräfte nicht hin­te­nanste­hen.“ forderten der DGB-Region­algeschäfts­führer Lars Treusch und der Ver.di-Geschäftsführer Jür­gen Lip­pl.

Einig waren sich CDU/CDA und DGB darin, dass es Ziel sein müsse, die Tar­if­bindung als wichtiges arbeits­mark­t­poli­tis­ches Ele­ment zu stärken.

„Ich nehme die Notwendigkeit, dass The­ma auf die bun­de­spoli­tis­che Tage­sor­d­nung zu set­zen gerne mit nach Berlin.“ ver­sprach Niko­las Löbel, betonte aber auch, dass es natür­lich auf der anderen Seite auch um die Wet­tbe­werb­s­fähigkeit der deutschen Unternehmen gehen muss. Diesen Spa­gat gilt es im Sinne aller zu meis­tern.

Auf kom­mu­naler Ebene will Stad­trat Chris Rihm für die CDU hin­ter­fra­gen, ob die derzeit­ige Prax­is der unter­schiedlichen Bezahlung bei der Stadt und den Gesellschaften mit städtis­ch­er Beteili­gung im Sinn ein­er nach­halti­gen Arbeits­mark­t­poli­tik sein kann oder ob es hier nicht zu Änderun­gen kom­men muss.

„Es war ein sehr kon­struk­tiv­er und zielo­ri­en­tiert­er Aus­tausch. Für uns als CDA ein guter Auf­takt um gemein­sam im Gespräch zu bleiben.“ zog der CDA-Kreisvor­sitzende Chris­t­ian Höt­ting als Faz­it.

Tar­iffrüh­stück der CDA Mannheim mit dem DGB Nord­baden