Bei der Bürg­er­sprech­stunde und Diskus­sion­srunde der CDU Seck­en­heim-Friedrichs­feld unter dem Mot­to „Wo drückt in Friedrichs­feld der Schuh?“ wird schnell klar: Der Latschen passt fast gar nicht mehr. „Uns ist es wichtig, mit der Bevölkerung über anste­hende Prob­leme zu reden“, betont René Weißen­berg­er, Vor­sitzen­der der CDU Seck­en­heim-Friedrichs­feld, „bevor der Schuh ganz kaputt ist.“

Ein The­ma, das schon lange bei den Poli­tik­ern angekom­men ist, ist die Ver­lagerung des örtlichen Bürg­er­di­en­stes. Dem ste­he man aber grund­sät­zlich pos­i­tiv gegenüber, sagt Weißen­berg­er. Grund dafür sei der höhere Sicher­heits­fak­tor, da Safes in der Bank vorhan­den sind, und die Bar­ri­ere­frei­heit. Was viele Bürg­er nicht wis­sen: Friedrichs­feld hat im nun alten Rathaus auch einen Trausaal. „Der wurde let­ztes Jahr fünf­mal und 2018 bish­er nur ein­mal genutzt“, erläutert Weißen­berg­er. So eine Ein­rich­tung ren­tiere sich für den Ort­steil also lei­der nicht mehr. Der Spendenüber­schuss, der vor vie­len Jahren mit der Finanzierung des Saales ein­herge­gan­gen sei und 6700 Euro betrage, werde an die Kindergärten, den Jugendtr­e­ff und die Schule vergeben.

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Doch damit sind die The­men noch lange nicht abge­hakt. „Die Park­platzsi­t­u­a­tion im Ort muss unbe­d­ingt ange­gan­gen wer­den“, fordert Diet­mar Clysters. Nicht nur die Autos eines Inter­netver­sand­han­dels in der Wal­lo­nen­straße park­ten alles zu, auch Fußgängerüber­wege und Ampeln im Ortskern seien oft mit Autos bestückt. „Ein sicher­er Schul­weg sieht anders aus“, find­et er.

Auch dieses The­ma sei schon in der Poli­tik angekom­men, ver­sichert CDU-Stadträtin Mar­i­anne Seitz. „Der Fach­bere­ich Sicher­heit und Ord­nung geht der Sache nach“, sagt sie. CDU-Bezirks­beirat Rein­hold Wolpert ist der Mei­n­ung, dass Autos von Gewer­be­treiben­den eigentlich nichts in Wohnge­bi­eten zu suchen haben. Der einzige Weg auf eine Besserung sei jedoch, an die Unternehmer zu appel­lieren, erk­lärte Andreas Pitz vom CDU-Ortsvor­stand: „Mit Ver­boten kom­men wir hier nicht weit­er.“

Das The­ma, das Friedrichs­feld momen­tan wohl am meis­ten bewegt, ist die in Aus­sicht ste­hende Schließung der vierten Gruppe des evan­ge­lis­chen Kinder­gartens. „Unsere Ein­rich­tung ist so baufäl­lig, die Kirche hat aber nur Geld für drei Grup­pen“, erläutert Ulrike Lorenz, die Lei­t­erin der evan­ge­lis­chen Kindertagesstätte. Und die Bezuschus­sung der Stadt reiche längst nicht aus. Gemein­sam mit eini­gen Müt­tern und Eltern­vertretern stellt sie sich­er, dass das The­ma genü­gend Aufmerk­samkeit bekommt.

Die Stadt hat nur noch ein paar Monate, um den Bau zu bezuschussen, denn die Architek­ten haben nun mit der Pla­nung begonnen. Bei diesem The­ma ste­hen nicht nur die Eltern, son­dern auch die CDU-Vertreter etwas betrof­fen und rat­los da. „Wir müssen schauen, was am Ende des Tages passiert“, so Pitz. „Ich sage Ihnen aber, Friedrichs­feld ist es defin­i­tiv wert“, unter­stre­icht Seitz. Für sie sei der Ort ein lebens- und liebenswert­er Stadt­teil.

Auch wenn viele Bürg­er das Gefühl haben, dass Friedrichs­feld bei der Stadt „hin­ten runter fällt“, kon­nten sie ihrem Kum­mer nun ein­mal Luft machen. Klar ist jedoch auch, dass es mit ein­er einzi­gen Diskus­sion­srunde nicht getan ist. Deswe­gen soll es im kom­menden Jahr ein weit­eres Tre­f­fen geben. niz

Friedrichs­feld: CDU-Vertreter hören sich Kri­tik und Sor­gen der Bevölkerung an (Artikel MM, 18.10.2018)