Die ehe­ma­lige jüdis­che Gemeinde in Feu­den­heim zählte mit max­i­mal 129 Mit­gliedern nicht ger­ade zu den großen Gemein­den. Sie war jedoch ver­hält­nis­mäßig wohlhabend, wovon heute unter anderem die Über­reste der Syn­a­goge und des Schul­haus­es in der Neckarstraße, aber vor allem auch die bei­den noch existieren­den jüdis­chen Fried­höfe im lebendi­gen Mannheimer Vorort zeu­gen.

Die CDU Feu­den­heim, die seit eini­gen Jahren immer wieder his­torische Rundgänge durch Feu­den­heim anbi­etet, hat­te dies­mal zum Rundgang über eben diese bei­den jüdis­chen Fried­höfe ein­ge­laden. Aus­gangspunkt für den Rundgang war der neue jüdis­che Fried­hof in der Tal­straße, der direkt an den christlichen anschließt. Der His­torik­er Markus Enzenauer vom MARCHIVUM gab zunächst einen Ein­blick in die wesentlichen Unter­schiede der Begräb­nis­riten. Von beson­der­er Bedeu­tung ist hier vor allem, dass jüdis­che Fried­höfe und Gräber für die Ewigkeit angelegt sind und nicht aufgelöst oder säku­lar­isiert wer­den dür­fen. So ver­wun­dert es nicht, dass Grab­steine aus der Grün­dungszeit der Fried­höfe im Orig­i­nal bis zum heuti­gen Tage erhal­ten geblieben sind. Entsprechend den jüdis­chen Tra­di­tio­nen und Gebräuchen tru­gen die Män­ner auf der Führung Kopf­be­deck­un­gen – von der jüdis­chen Kip­pa über Bas­ball­caps bis hin zum klas­sis­chen Stro­hhut.

Der neue Fried­hof wurde, nach­dem der alte Fried­hof in der Schef­fel­straße voll belegt war, im Jahre 1900 angelegt und 1941 auf Anord­nung der Mannheimer Stadtver­wal­tung geschlossen. Die heute existierende Gräberliste des Lan­desarchives führt namentlich 24 Bestat­tete auf; die erste Bestat­tung fand hier am 01.01.1901 statt. Im Gegen­satz zu den Grab­steinen auf dem alten jüdis­chen Fried­hof sind die Inschriften hier sowohl in Hebräisch wie auch in Deutsch gehal­ten.

Die ersten Beerdi­gun­gen auf dem alten Fried­hof in der Schef­fel­straße fan­den im Jahre 1861 statt. Zuvor wur­den die Feu­den­heimer Juden auf dem gemein­samen Fried­hof in Hems­bach beige­set­zt. Nur sel­ten bietet sich die Gele­gen­heit, diesen alten Fried­hof zu besuchen, da das Tor grund­sät­zlich ver­schlossen ist.

Es fällt auf, dass die nach Osten aus­gerichteten Grab­steine aufwendi­ger verziert sind als diejeni­gen des neuen Fried­hofes. Die Beschrif­tun­gen sind zudem rein auf Hebräisch gehal­ten. Ein eigens angelegtes Kinder­gräber­feld erin­nert an die hohe Kinder­sterblichkeit­srate des 19. Jahrhun­derts.

„Es ist für Feu­den­heim ein großes Glück, dass die Fried­höfe nicht in der NS-Zeit zer­stört wur­den“, so der CDU-Ortsvor­sitzende Alexan­der Fleck, „dadurch wurde ein wichtiges Stück Feu­den­heimer Geschichte bewahrt, dass uns nicht nur die Geschichte unseres Vorortes, son­dern auch unsere Ver­ant­wor­tung für die Gegen­wart vor Augen führt.“

Auf Spuren­suche ehe­mals jüdis­chen Lebens in Feu­den­heim: CDU Rundgang über die jüdis­chen Fried­höfe in Feu­den­heim