„Der Men­sch wurzelt in seinen Ahnen“ – so lautet ein altes chi­ne­sis­ches Sprich­wort. Alexan­der Fleck, CDU-Bezirks­beiratssprech­er in Feu­den­heim, lud zu einem Rundgang über den Mannheimer Haupt­fried­hof ein, um die Ahnen der Stadt­geschichte näher ken­nen­zuler­nen. Weit über 40 Inter­essierte fol­gten sein­er Ein­ladung.

Am 14.07.1842 wurde der nördlich des Neckars gele­gene, neue Mannheimer Haupt­fried­hof feier­lich sein­er Bes­tim­mung übergeben. In der Folge wur­den die bish­eri­gen christlichen Fried­höfe pro­fanisiert und die Grab­mäler und Gebeine auf den neuen Fried­hof über­führt.

Seit­dem fan­den zahlre­iche namhafte Per­sön­lichkeit­en der Stadt Mannheim dort ihre let­zte Ruh­estätte. Aus­ge­hend von den Ein­gangsarkaden im byzan­ti­nis­chen Rund­bo­gen­stil, die heute die bei­den Urnen­hallen beherber­gen, führte der Weg fachkundig geführt von Alexan­der Wis­chniews­ki zur ersten Sta­tion: der Gruft der Fam­i­lie Lanz. In einem Außen­flügel der Arkaden fand Hein­rich Lanz, der Erfind­er des Lanz-Bull­dogs, des Vor­läufers des heuti­gen Trak­tors, seine let­zte Ruh­estätte und mit dem imposan­ten Sarkophag ein würdi­ges Denkmal.

Vor­bei an ein­er weißen Engelsstat­ue, die ein­st­mals auf dem Käfer­taler Fried­hof stand, führte der Weg in die „Promi­nen­te­nallee“. Hier liegen u.a. die Ehren­gräber und Gräber der Mannheimer Kauf­manns­fam­i­lie Basser­mann, die im 18. Jahrhun­dert einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auf­stieg erlebte. So begann z.B. die Schaus­pielka­r­riere von Albert Basser­mann 1894/1895 am Mannheimer Nation­althe­ater.

Ein kleines antikes Bauw­erk aus Sin­sheimer Sand­stein markiert die Ruh­estätte von Carl Reiß. Gemein­sam mit sein­er Schwest­er Anna hin­ter­ließ er der Stadt tes­ta­men­tarisch die größte Schenkung in ihrer Geschichte. Zahlre­iche Gräber und Ehren­gräber Mannheimer Promi­nen­ter, die auch Straßen in Feu­den­heim Pat­en standen, säumten den Weg: Max Ender­lin, Sig­mund Schott, Her­mann Gropengießer, Franz Schn­abel u.v.m. Auch zahlre­iche Ober­bürg­er­meis­ter wie Otto Beck und Wil­helm Varn­holt liegen hier begraben.

Am Weges­rand erhebt sich das repräsen­ta­tive und noch im Pri­vatbe­sitz befind­liche Mau­soleum der Fam­i­lie Guili­ni. 1827 grün­dete die Fam­i­lie eine Schwe­fel­säure­fabrik im Wohlgele­gen. 1851 wurde diese nach Lud­wigshafen ver­lagert.

Ein weit­er­er Blick­fang ist das oktog­o­nal erbaute Mau­soleum der Fam­i­lie Carl Gram­mann. Die 1844 erbaute Fam­i­lien­grab­stätte ziert Vers Hebräer 13, 14: „Wie haben hier keine bleibende Stadt, son­dern die zukün­ftige suchen wir.“

Den Abschluss des Rundweges bildete ein Spazier­gang durch den „Garten der Geschichte“. Durch ein imposantes schmiedeeis­ernes Tor öffnet sich auf ca. 100 qm ein Are­al, auf dem kün­ftig 70 Grab­steine von Mannheimer Bürg­ern zu find­en sein wer­den, die das Leben in unser­er Stadt mit ihrem Wirken nach­haltig geprägt haben. Beson­dere Erwäh­nung soll hier die Grab­plat­te mit dem Relief des neuen Nation­althe­aters von Hans Schüler find­en. Schüler war Inten­dant des Haus­es. In seine Amt­szeit fällt der Neubau des Nation­althe­aters. Beson­ders bekan­nt wurde Schüler durch seine Insze­nierung von Wag­n­ers „Par­si­fal“, welche seit 60 Jahren unverän­dert jährlich an Kar­fre­itag aufge­führt wird.

Vieles gibt es auf dem Mannheimer Haupt­fried­hof zu ent­deck­en. Auf diesem Rundgang kon­nte einiges, bei weit­em aber nicht alles ergrün­det wer­den. Daher beschloss Fleck, im näch­sten Früh­jahr zu einem weit­eren Rundgang auf den Spuren der Ahnen einzu­laden.

CDU Feu­den­heim: Auf den Spuren von Mannheims Ahnen