„Nachdem die 3. Rheinquerung wohl keine politische Mehrheit finden wird, brauchen wir dennoch dringend pragmatische Lösungen, um die Verkehrssituation zwischen Mannheim und Ludwigshafen zu verbessern. Wer im Stau steht, der verliert nicht nur Zeit, sondern auch enorm viel Lebensqualität. Deshalb müssen wir die Verkehrspolitik in der Region neu denken und da müssen die beiden großen Städte Mannheim und Ludwigshafen gemeinsam vorangehen. Deshalb wollen wir, dass die beiden Städte erstmal über einen Verkehrsentwicklungsplan die Verkehrspolitik gemeinsam planen. Dazu brauchen wir einen Modellversuch des Bundes, um länderübergreifend planen und handeln zu können“, so der Kreisvorsitzende der CDU Mannheim, Nikolas Löbel und der Fraktionsvorsitzende der CDU im Ludwigshafener Stadtrat Torbjörn Kartes. Beide wollen sich dafür auch in Berlin stark machen.

„Die rheinquerenden Verkehre zwischen Mannheim und Ludwigshafen nehmen in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Hierzu zählt nicht nur der Individualverkehr, sondern insbesondere auch der Güterverkehr. Hinzu kommen die Schienenverkehre im ÖPNV, aber auch im SPNV. Nachdem eine dritte Rheinquerung bei Altrip aus Gründen des europarechtlichen Naturschutzes (FFH), aber auch aus politischen Gesichtspunkten zu keinem tragfähigen Konsens in der Region geführt werden konnte, gilt es, pragmatische Lösungen für die rheinquerenden Verkehre zwischen Mannheim und Ludwigshafen zu finden, um die beiden Städte in der Verkehrsbelastung zu entlasten. Dabei gilt es die beiden Schwesterstädte als einen Verkehrsraum zu betrachten und diesen gemeinsam rheinübergreifend zu entwickeln. Dazu wollen die beiden CDU Kreisverbände und Gemeinderats-/ bzw. Stadtratsfraktionen Mannheim und Ludwigshafen gemeinsam initiativ werden“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende aus Mannheim Claudius Kranz.

„Wir wollen die lediglich durchfahrenden Verkehre, die also weder Ziel noch Quelle in den Innenstädten von Ludwigshafen und Mannheim haben, betrachten und auf ihre Verlagerungsmöglichkeiten untersuchen. Diese Verkehre machen ca. 40 % des Verkehrsaufkommens aus und belasten die Erreichbarkeit der Innenstädte, aber auch die Lebensqualität der Menschen entlang dieser Verkehrsachsen. Unsere beiden Innenstädte müssen besser und bequemer erreichbar sein. Dazu sollten wir zunächst versuchen, den Güterverkehr besser zu organisieren. Alleine von der BASF fahren täglich knapp 300 LKWs über die Brücke in den Mannheimer Hafen. Wenn die nachts statt tagsüber fahren würden, würde das den Individualverkehr deutlich entlasten. Dazu müssen wir gemeinsam mit der hiesigen Wirtschaft eine intelligente Verkehrslenkung organisieren“, so Löbel und Kartes.

„Ich freue mich, dass die beiden Fraktionen hier die Initiative ergreifen und prospektiv eine Planung voranbringen, die nicht nur singulär die einzelnen Städte betrachtet, sondern den gesamten Verkehrsfluss im Auge behält. Wir brauchen Lösungen, die über die Stadtgrenzen hinausgehen und auf das Ziel ausgerichtet sind, an diesem Knotenpunkt der Metropolregion attraktive, zukunftsorientierte und nachhaltige Verhältnisse zu schaffen.“, so der Kandidat der CDU Ludwigshafen für das Amt des Oberbürgermeisters Stadtrat Dr. Peter Uebel abschließend.

Maßnahmenkatalog:

  1. Einsetzung einer interkommunalen Verkehrskommission der Städte Ludwigshafen und Mannheim aus Stadträtinnen und Stadträten sowie den für Verkehr und ÖPNV zuständigen Dezernenten.
  2. Vergabe eines gemeinsamen Verkehrsentwicklungsplanes mit dem Schwerpunkt der Lösung der innerstädtischen rheinquerenden Verkehre zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Dabei sind die Maßnahmen Hochstraße sowie die Idee eines Rückbaus des Fly-overs im Mannheimer Schlosspark sowie die Zufahrtssituation auf die Brücken mit zu berücksichtigen. Dieser neue Generalverkehrsplan soll bis Ende 2018 vorliegen.
  3. Prüfung von alternativen Transportkonzepten für den Güterverkehr. Dazu zählen Seilbahn wie Güterfähre zwischen den Industrieunternehmen beidseits des Rheins und den entsprechenden Häfen. Darüber hinaus sollen in Zusammenarbeit mit der hiesigen Wirtschaft automatisierte Verkehre, die insbesondere in Schwachlastverkehrszeiten die geringen Straßenkapazitäten besser ausnutzen und somit zu weniger Staus auf den entsprechenden Brücken führen, geprüft und erprobt werden.
  4. Ziel der gemeinsamen regionalen Verkehrspolitik muss auch eine schnellere Beschaffung von neuen Stadtbahnwagen und der Ausbau der rheinüberschreitenden Verkehrsbeziehungen im Rahmen der RNV sein. Um für maximale Sicherheit zu sorgen, soll die Nutzung des ÖPNV-Schienenwegs über die Konrad-Adenauer-Brücke für Rettungsfahrzeuge ermöglicht werden.
  5. Wir wollen den Individualverkehr fördern, unterstützen und in Zukunft besser steuern. Die Erreichbarkeit der beiden Innenstädte von Mannheim und Ludwigshafen ist für beide Städte von großer Bedeutung. Deshalb müssen Baumaßnahmen länderübergreifend besser koordiniert werden. Dazu zählen in Zukunft auch intelligente Verkehrs- und Parkleitsysteme. Der Individualverkehr wird in Zukunft vielfältiger werden. Ziel muss es daher sein, Mobilität zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto zu ermöglichen und zu fördern. Daher soll beispielsweise der Radschnellweg von Heidelberg über Mannheim bis nach Ludwigshafen und weiter nach Limburgerhof zusammenhängend geplant und gebaut werden.
  6. Beantragung eines Modellprojektes beim Bund mit dem Ziel, für Mannheim und Ludwigshafen ein gemeinsames intelligentes Verkehrsmanagement zu schaffen. Dabei sollen länderübergreifend die grenzüberschreitenden Stadtverkehre intelligent gesteuert und gemeinsam gedacht werden.
CDU will Verkehrspolitik in der Region neu denken – Die Städte Mannheim und Ludwigshafen sollen gemeinsam Verkehrsentwicklungsplan entwickeln