Wie alles begin­nt, daran erin­nert sie sich noch genau: “Es war am 13. Mai 1997”, erzählt Mar­i­anne Seitz: “Damals bin ich von Ober­bürg­er­meis­ter Ger­hard Wid­der als Mit­glied des Gemein­der­ates
verpflichtet wor­den.” Auf den Tag genau 20 Jahre ist das mor­gen her — Gele­gen­heit für den “MM”, mit der Kom­mu­nalpoli­tik­erin Rück- und Aus­blick zu hal­ten.

Mit den 20 Jahren ist Seitz längst eines der dien­stäl­testen der 48 Mit­glieder des Mannheimer Stadt­par­la­ments. Dabei stößt sie anfangs eher zufäl­lig zur Poli­tik. Bei einem der leg­endären Back­stuben­feste des Bäck­er­meis­ters und Land­tagsab­ge­ord­neten Ger­hard Bloe­mecke wird sie von Min­is­ter­präsi­dent Lothar Späth per­sön­lich für die CDU gewor­ben. Danach begin­nt die Basis­ar­beit: Straßen­wahlkämpfe, Stand­di­en­ste, Tätigkeit im Bezirks­beirat ab 1994. Bere­its drei Jahre später rückt sie für die Paten­tan­wältin Ursu­la Weiß in Mannheims Gemein­der­at nach.

Inter­es­sant, welch­es damals die The­men sind: Kinder­häuser am Wasser­turm und in der Ras­tat­ter Straße, Möll-Halle und Erweiterung der Schulen, die Suche nach einem Grund­stück für ein Altenpflege­heim, um den Seck­en­heimer Senioren den Lebens­abend in ihrem gewohn­ten Umfeld zu ermöglichen. “Kinder­be­treu­ung, Bil­dung, demografis­ch­er Wan­del — das sind ja auch heute noch die The­men”, staunt Seitz. Doch mit dem Abar­beit­en kom­mu­nalpoli­tis­ch­er The­men für ihren Stadt­teil ist ihr Wirken nur unzure­ichend beschrieben. Kennze­ich­nend für Mar­i­anne Seitz, und das bestre­it­en selb­st ihre Mit­be­wer­ber nicht, ist ihre Präsenz vor Ort. “Nah bei den Men­schen” schreibt die Mannheimer CDU ein­mal in einem Prospekt über sie. Für Seitz trifft dies zu.

Wei­h­nacht­en mit einem Flüchtling

Anders als manch­er Poli­tik­er reagiert sie nie gen­ervt, wenn Bürg­er sie mit ihren nur schein­bar kleinen Prob­le­men ansprechen, hört nie weg, son­dern hin, greift die The­men auf, trans­portiert sie weit­er zu Ver­wal­tung und Presse — dies im Sinne der Sache zuweilen dur­chaus vehe­ment.

Nah bei den Men­schen — das zeigt sich auch bei den Ges­trauchel­ten unser­er Tage. Etwa jen­em christlichen Flüchtling aus Sri Lan­ka, den sie bei ein­er Ver­anstal­tung in der Kirche ken­nen­lernt. Viele Woch­enen­den lang nehmen sie und ihr Mann ihn auf, die Wei­h­nacht­szeit ver­bringt er bei ihnen. Inzwis­chen ist er in den Ham­monds beru­flich tätig.

Was will sie noch ver­wirk­lichen? “Das Sport­stät­tenkonzept, das die bei­den Vere­ine SV und TSG erar­beit­et haben”, antwortet sie. Und die Erneuerung der Fried­hof­shalle im Rah­men ein­er Bürg­er­ak­tion. Erfahrung darin hat sie ja als Vor­sitzende des Rathaus-Fördervere­ins. Um dies für “Seggene” zu erre­ichen, möchte sie auch 2019 noch ein­mal kan­di­dieren — “sofern ich gesund bleibe”. Dass dies bish­er so ist, dafür zeigt sie sich demütig und dankbar. Und um diesen Dank abzus­tat­ten, ver­bringt sie ihr morgiges Jubiläum in Fati­ma — beim Fest zum 100. Jahrestag der Mariener­schei­n­ung, bei dem Papst Franziskus den Gottes­di­enst hält. “Andere fliegen zur Erhol­ung in die Karibik”, lacht sie, “ich finde Kraft in ein­er solchen Einkehr.”

© Mannheimer Mor­gen, Fre­itag, 12.05.2017

Mar­i­anne Seitz feiert 20. Jubiläum als Stadträtin — Bericht des MM vom 12.05.2017