Christopher Corr wird neuer Prinz / Engagement für Kindervesperkirche auf dem Waldhof geplant

Solch eine Kon­stel­la­tion gab es noch nie: Sein Vater Man­fred Corr regierte 1982, sein Schwiegervater Gerd Flan­jak 2005 — nun will Christo­pher Corr selb­st das Zepter schwin­gen. Der Feue­rio stellte den 26-jähri­gen Con­sul­tant bei der Wirtschaft­sprü­fungs­ge­sellschaft Price­wa­ter­house­C­oop­ers (PwC) am Mon­tagabend als neuen Prinz “Christo­pher I. von Soll und Haben” vor. Am Sam­stag wird er beim — ausverkauften — “Weißen Ball” im Rosen­garten inthro­nisiert.

image
© Markus Pross­witz / mas­ter­press

Eigentlich ken­nt man ihn eher in weißen Hosen, kurzen weißen Hosen. Christo­pher Corr ist begeis­tert­er und guter Ten­nis­spiel­er, oft auf dem Platz bei Grün-Weiß am Neckarplatt anzutr­e­f­fen. Bere­its als Kind fing er dort an, schon länger zählt er zudem zum Organ­i­sa­tion­steam der Ten­nis-Bun­desli­ga von Ger­ald Marzenell, begann als ein­fach­er Helfer, ging dann zum Fahr­di­enst, arbeit­et zudem bei der Spiel­er- und Spon­soren­be­treu­ung mit.

Auch son­st war er bish­er eher sportlich aktiv, wirk­te zum Beispiel 2010 für den Sportkreis am Mannheims Final­beitrag für den Wet­tbe­werb “Mis­sion Olympic” mit und absolvierte ger­ade im Som­mer eine Weit­er­bil­dung als Fußball­man­ag­er am Stein­beis-Sport­busi­ness-Cam­pus des VfL Wolfs­burg.

Schon der Vater regierte

Fas­nacht dage­gen “spielte famil­iär immer eine Rolle für mich, hat­te aber nicht so die Bedeu­tung”, gibt er zu. Klar, er hat stets gerne gefeiert, war bei der Straßen­fas­nacht und der Feue­rio-Sitzung, tanzte schon mehrfach beim “Weißen Ball”. Dort oben auf der Bühne zu ste­hen, inthro­nisiert zu wer­den — geliebäugelt hat er zwar mehrfach damit. “Ich habe aber irgend­wie nie daran geglaubt, dass mir der Feue­rio die Möglichkeit gibt — obwohl ich eigentlich nah dran war”, sagt Corr.

Das änderte sich schla­gar­tig beim Mannheimer Okto­ber­fest im Herb­st 2016. Da sprachen die bei­den Ex-Prinzen und Feue­rio-Elfer­räte Stef­fen Bau­mann und Oliv­er Althausen den elo­quenten 26-Jähri­gen, der ihnen schon länger aufge­fall­en war, an. “Daher hat Christo­pher auch zwei Prinzen­väter, wir sind ja ein mod­ern­er Vere­in”, so Althausen schmun­zel­nd. “Je länger wir darüber gesprochen haben, umso aufre­gen­der wurde das Ganze für mich”, erin­nert sich Christo­pher Corr. Er wollte, das war für ihn schnell klar — aber er sagte nicht gle­ich zu. Schließlich musste er zunächst mit seinem Arbeit­ge­ber sprechen, wo er erst seit weni­gen Monat­en tätig ist: “Daher war ich anfangs zurück­hal­tend.”

PwC unterstützt ihn

Doch Price­wa­ter­house­C­oop­ers (PwC) ebnete ihm den Weg, dieses Amt für Mannheim auszuüben. “Mein Arbeit­ge­ber ste­ht voll dahin­ter, unter­stützt mich sehr und gibt mir den nöti­gen zeitlichen Freiraum”, so Corr dankbar. Auch seine Fam­i­lie ste­he voll dahin­ter, der Vater sei gle­ich “Feuer und Flamme” gewe­sen, und seine Ehe­frau Car­o­line habe eben­so gle­ich zuges­timmt, “son­st hätte ich es nicht gemacht”, stellt er klar — schließlich war die Hochzeit erst im Som­mer.

Nun freut sich der redege­wandte, sym­pa­thisch-sou­verän und doch nicht über­he­blich auftre­tende Betrieb­swirt riesig auf das Amt. “Kim ist eine tolle Prinzessin. Ich denke, wir wer­den viel Spaß haben, eine beson­dere Zeit und sechs unvergessliche Wochen erleben”, so Corr. “Mich per­sön­lich weit­er­en­twick­eln, neue Kon­tak­te knüpfen” — das sei für ihn ein Motiv gewe­sen, das Amt zu übernehmen. Min­destens eben­so wichtig sei ihm aber der soziale Aspekt der Auf­gabe, die ganzen Besuche bei Senioren­heimen, Kranken­häusern, Kindergärten. Zudem knüpft er gerne an die Tra­di­tion an, in sein­er Kam­pagne für ein beson­deres soziales Pro­jekt zu wer­ben und dafür auf Geschenke zu verzicht­en. Dabei entscheid er sich für die Kinderves­perkirche Wald­hof.

Dass er mit nur 26 Jahren das Amt anver­traut bekomme, mache ihn stolz — aber er sieht es zugle­ich als Auf­gabe, als Auf­trag an. “Ich will zeigen, dass unsere Art, Fas­nacht zu feiern, auch für junge Leute attrak­tiv ist, und mich da gerne ein­brin­gen”, kündigt er an.

© Mannheimer Mor­gen, Dien­stag, 10.01.2017, Redak­tion­s­mit­glied Peter W. Ragge

Bericht des Mannheimer Mor­gens: Sportlich­er junger Betrieb­swirt greift zum Nar­ren­zepter