1603_CDU-Stammtisch mit BM Michael Grötsch
CDU-Mit­glieder disku­tieren mit Bürg­er­meis­ter Michael Grötsch (rechte Rei­he, 2. von unten) aktuelle The­men in der Neckarstadt und dem Her­zo­gen­ried

Lebendi­ge Einkauf­sstraßen, kul­turelle Leucht­türme und Flüchtlinge – dies waren einige der The­men, über die Mit­glieder der CDU Neckarstadt bei ihrem let­zten poli­tis­chen Stammtisch im Wirtshaus Uhland sprachen. Dieses Mal war Michael Grötsch, Bürg­er­meis­ter für Wirtschaft, Soziales und Kul­tur der Stadt Mannheim, zu Gast. Er gewährte zahlre­iche Ein­blicke in die Arbeit seines Dez­er­nats für die Neckarstadt und das Her­zo­gen­ried. An der Diskus­sion wirk­te auch Roger Bloe­mecke, Zweitkan­di­dat von Chris Rihm bei der Land­tagswahl im Mannheimer Nor­den, mit.

Zunächst beschäftigten sich die Anwe­senden mit der Entwick­lung des lokalen Gewerbes. „Der Branchen­mix in der Lange Röt­ter­straße ist gelun­gen, in der Mit­tel­straße hinge­gen nicht. Wet­tbüros ver­hin­dern dort eine gute Entwick­lung“, fand Chris­t­ian Stalf, CDU-Ortsvor­sitzen­der und Bezirks­beiratssprech­er in der Neckarstadt-West. Die Tat­sache, dass der Ver­wal­tungs­gericht­shof die Besteuerung von Wet­tbüros durch die Stadt kippte, macht diesen Kampf nicht ein­fach­er, ergänzte Stalf. „Wir wer­den uns das Urteil genau anse­hen und schauen, wo wir bei der Steuerbe­mes­sungs­grund­lage nach­s­teuern müssen. Am Ziel dieser Maß­nahme hal­ten wir fest, weil sie richtig ist“, erläuterte Michael Grötsch.

Trotz viel­er Her­aus­forderun­gen in der Neckarstadt gibt es auch pos­i­tive Entwick­lun­gen, vor allem im kul­turellen Bere­ich. „Die Ansied­lung des Stadtarchivs im Ochsenpfer­ch­bunker wird ein Leucht­turm für die Neckarstadt sein. Dieses Pro­jekt ist ein Beken­nt­nis der Stadt zur Neckarstadt und zieht gle­icher­maßen Inve­storen an“, fand Michael Grötsch. Dafür kon­nte die Stadt För­der­mit­tel in Höhe von 6,6 Mil­lio­nen Euro gewin­nen, ergänzte der Bürg­er­meis­ter. Ein weit­eres The­ma waren die kul­turellen Pro­jek­te der freien Szene auf der südlichen Platzhälfte des Alten Mess­platzes. „Die Frage nach der Finanzierung des geplanten Ein­tanzhaus­es ist aber noch zu klären“, mein­ten Michael Grötsch und Chris­t­ian Stalf.

Auch die Auf­nahme der vie­len Flüchtlinge in der Neckarstadt und Käfer­tal wurde leb­haft disku­tiert. Bürg­er­meis­ter Michael Grötsch berichtete, dass Mannheim derzeit über ins­ge­samt 7.200 Flüchtlinge, davon 750 Per­so­n­en in der kom­mu­nalen Anschlus­sun­ter­bringung, beherbergt. Die CDU-Mit­glieder waren sich einig, dass die finanzielle und per­son­elle Belas­tung nicht das schw­er­wiegend­ste Prob­lem bei der Auf­nahme von Flüchtlin­gen darstellt. Vielmehr ist prob­lema­tisch, dass die meist männlichen Flüchtlinge mit einem ganz anderen kul­turellen Hin­ter­grund und Wertvorstel­lun­gen aufgewach­sen sind, die es ihnen schw­er machen, zum Beispiel die Gle­ich­berech­ti­gung der Frau zu akzep­tieren.

Roswitha Henz-Best, CDU-Bezirks­beiratssprecherin in der Neckarstadt-Ost und dem Her­zo­gen­ried, sieht ins­beson­dere die Ein­rich­tung eines Heimes für 90 min­der­jährige männliche Jugendliche am Neuen Mess­platz mit Sorge. „Auch unab­hängig von den unter­schiedlichen Nation­al­itäten, ist da mit Kon­flik­ten zu rech­nen“, meinte sie. Die Anwe­senden kon­nten sich nicht vorstellen, dass mit den ank­om­menden Flüchtlin­gen der Fachkräfte­man­gel in Deutsch­land in abse­hbar­er Zeit bekämpft wer­den kann. Erst ein­mal müssten Sprach- und Schreibken­nt­nisse erwor­ben wer­den, die eine Aus­bil­dung ermöglichen.

Stammtisch der CDU Neckarstadt mit Bürg­er­meis­ter Michael Grötsch: Neues Stadtarchiv als Leucht­turm für die Neckarstadt