12615699_1092441497441482_7257653622942377749_oAuf Ein­ladung der Land­tagskan­di­dat­en Carsten Süd­mersen und Chris Rihm kam der aus­gewiesene Fach­mann für Gesund­heits- und Finanzpoli­tik, Staatssekretär Jens Spahn MdB zu einem „Wirtschafts­di­a­log vor Ort“ in die neue Fir­men­zen­trale der Karl Berrang GmbH in Friedrichs­feld. Ein­ge­laden zu diesem Aus­tausch waren Mannheimer Wirtschaftsvertreter, ins­beson­dere aus größeren fam­i­lienge­führten Unternehmen.

Carsten Süd­mersen leit­ete in die Diskus­sion ein: „Auch bei einem Wirtschafts­di­a­log kom­men wir am aktuell­sten The­ma „Flüchtlingssi­t­u­a­tion“ nicht vor­bei. Mit dem von Ihnen her­aus­gegebe­nen Buch „Ins Offene – Deutsch­land, Europa und die Flüchtlinge“ haben Sie, Herr Spahn, zur kri­tis­chen Betra­ch­tung der Flüchtlingswelle und deren mit­tel- und langfristi­gen Fol­gen beige­tra­gen.“

Bevor Jens Spahn jedoch über Flüchtlinge sprach, meinte er, dass es uns Deutschen gut anste­hen wurde, ein wenig stolz auf das Erre­ichte zu sein. „Es ist keine Selb­stver­ständlichkeit, dass Deutsch­land 70 Jahre nach Kriegsende das beliebteste Land der Welt ist. Wir haben die höch­sten Beschäf­ti­gungszahlen seit Jahrzehn­ten.“ In Rich­tung der Wirtschaftsvertreter bedank­te er sich für deren Leis­tung: „Der Mit­tel­stand ist das Rück­grat unser­er Wirtschaft. In der freien Wirtschaft gibt es fast nur unbe­fris­tet Beschäftigte. 80% der befris­teten Beschäf­ti­gungsver­hält­nisse gibt es im öffentlichen bzw. öffentlich geförderten Bere­ich.“

Beim The­ma Flüchtlinge sieht er den Königsweg in ein­er gesam­teu­ropäis­chen Lösung. Falls diese jedoch in den näch­sten Monat­en nicht zus­tande kommt muss Deutsch­land, eventuell mit weit­eren Part­nern, eigen­ständi­ge Maß­nah­men zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen durch­set­zen.“ Carsten Süd­mersen ergänzte: „Es muss auch mal Bilder von Flüchtlin­gen geben, die Deutsch­land wieder ver­lassen.“

Jens Spahn ist davon überzeugt, dass die aktuell wichti­gen Auf­gaben leichter zu stem­men sind, wenn wir dereg­ulieren: „Wir brauchen drin­gend Wohn­raum, aber die immer mehr wer­den­den, ide­ol­o­gisch begrün­de­ten Nor­men und Aufla­gen ver­teuern die Baupreise seit Jahren.“

Auch die Dig­i­tal­isierung war ein wichtiges The­ma. „Wir befind­en uns am Beginn eines tief­greifend­en Struk­tur­wan­dels unser­er Wirtschaft, ver­gle­ich­bar mit der dama­li­gen Indus­tri­al­isierung. Es wer­den Arbeit­splätze in alten Branchen ver­schwinden und neue Arbeit­splätze in neuen Branchen entste­hen. In weni­gen Jahrzehn­ten wer­den wir statt von Taxis von selb­st­fahren­den Autos zu Hause abge­holt wer­den, unser Kühlschrank bestellt beim Super­markt fehlende Lebens­mit­tel, die dann von der Drohne geliefert wer­den. Es ist keine Frage, dass diese Dinge kom­men wer­den, es stellt sich nur noch die Frage wo sie erdacht und pro­duziert wer­den – ob in Mannheim, Sin­delfin­gen, Sil­i­con Val­ley oder Shang­hai.“

Auf die Frage der Erb­schaftss­teuer für Unternehmen erk­lärte Spahn, dass das aktuelle Geset­zge­bungsver­fahren durch ein Ver­fas­sungs­gericht­surteil aus­gelöst wurde. Hauptziel der Neuregelung ist, den Über­gang betrieblichen Ver­mö­gens weitest­ge­hend zu ver­scho­nen, um den Fortbe­stand der Unternehmen zu sich­ern und die Beschäf­ti­gung sowie Liq­uid­ität in den Unternehmen zu erhal­ten. Die Erb­schaft­s­teuer soll nicht aus der Sub­stanz von Unternehmen geleis­tet wer­den.

Chris Rihm und der Gast­ge­ber Peter Hof­mann bedank­ten sich bei allen Anwe­senden für die inter­es­sante Diskus­sion und über­gaben Jens Spahn einen Wasser­turm aus Mess­ing als Andenken an seinen Besuch in Mannheim.

Finanzs­taatssekretär Jens Spahn MdB beim Wirtschafts­di­a­log vor Ort mit Mannheimer Unternehmern